Leybucht - Westeel

Osteeler Neuland
Hier hören Sie die Sprachausgabe der Infotafel von Leybucht-Westeel mit weiteren Informationen.

Westeel war ein historisches Dorf in Ostfriesland, das im 14. Jahrhundert durch die Sturmfluten der wachsenden Leybucht versank. 

Drei schwere Sturmfluten überschwemmten im 14.Jahrhundert große Teile des Brookmerlandes und des Norderlandes. Die Leybucht fand zu der Zeit ihre größte Ausdehnung – die Marktorte Norden und Marienhafe waren zu Hafenorten geworden.

Bei diesen Sturmfluten versanken viele Bauernhöfe, manchmal ganze Ortschaften, in den Fluten. Eine dieser Ortschaften war Westeel, ein Marktdorf, das etwa einen Kilometer westlich von hier in dem jetzigen Leysandpolder gelegen hat. Nach der Dionysiusflut von 1373 mußte das Dorf aufgegeben und “ausgedeicht“ werden. Land ausdeichen mußte man, wenn der alte Deich so schwer beschädigt war, daß eine Reparatur nicht möglich war und nur eine neuer Deich weiter landeinwärts den nötigen Schutz bringen konnte. Das bis dahin binnendeichs liegende Land lag damit – Schutzlos – außendeichs.

Auch größere Backsteinbauten hielten nicht stand, sogar der Westeeler Häuptling, Lütet Manninga, mußte seine Burg aufgeben. Er bezog daraufhin das Steinhaus bei Hage, welches im Laufe der Zeit zum „Schloß Lütetsburg“ erweitert wurde.

Überreste der Kirche von Westeel wurden 14 Jahre später benutzt, um die durch Brand beschädigte Kirche von Marienhafe zu reparieren.

Später wurde der Name für eine neue Siedlung wiederbelebt und heißt heute Neuwesteel und ist ein Stadteil von Norden.